Blumenwiese

„Fremdgehen“ als Chance

Michael und Heike kamen zu mir, um ihre Trennung zu besprechen. Er hatte über fast 2 Jahren eine außereheliche Beziehung zu einer anderen Frau gehabt. Heike war von Michael enttäuscht und sehr gekränkt. Wut entdeckte ich nur in Ansätzen. Michael war niedergeschlagen und schien die bevorstehende Trennung nicht zu wollen.

In den folgenden Gesprächen wurde deutlich, dass beide über die Jahre die Wertschätzung für einander verloren hatten. Michael sagte, dass er erst in der Beziehung mit seiner Kollegin, seine Wünsche, die er in seiner Ehe aus dem Blick verloren hatte, wiederentdeckt hat. Auch neue hat er entdeckt. Heike meinte, dass sie die sich immer wiederholenden Abläufe des Alltags auch als langweilig empfunden hat. Auch das Sexleben war nur noch ein Ritual. Doch ein außereheliches Verhältnis kam für die nicht in Frage. Sie ist aber über die Zeit emotional unabhängiger von Michael geworden.

Beide fanden, dass der Alltag mit Arbeit und Alltagsproblemen überfrachtet war. Letztlich sehnten sich beide unabhängig voneinander nach mehr unbeschwerter Zeit und Abwechslung. Sie redeten immer weniger miteinander und hörten sich kaum zu. So fühlten sich beide immer mehr unverstanden. Es legte sich eine stille Unzufriedenheit über ihre Beziehung. Geredet haben beide nicht darüber, um die vermeintlich Sicherheit der Beziehung nicht zu gefährden.
Das taten sie dann in der Beratung. Es wurde ein Austausch über eigene Wünsche, Sehnsüchte und über Kränkungen. Beide hörten sich zu und entwickelten Verständnis für einander. Und sie entdeckten auch, dass es immer noch Gemeinsamkeiten gab. Und dann kam es dazu, dass beide aussprachen, was sie schon immer am anderen geschätzt haben. Und, dass sie es schade finden würden, wenn sie ihre Beziehung aufgeben würden.

Für Heike gab es aber noch zwei zentrale Themen: „Mein Vertrauen zu Michael hat durch das „Fremdgehen“ Schaden genommen und ich fühle mich immer noch sehr gekränkt“.
Für Heike war es wichtig, dass Michael ihr gegenüber deutlich machte, dass er sich in ihre Kränkung einfühlen konnte und sie den Eindruck hatte, dass es ihm der Vertrauensbruch aufrichtig leid tat. Aber es wird Zeit brauchen, dass das Vertrauen wieder wächst. Sie wünschte sich, dass er mit ihr eine Reise nach Mexiko machte. Dies hatte er wegen seiner Flugangst bisher immer abgelehnt.

Sie verlangte von Michael, dass er den Kontakt zu der Frau, zu der er die außereheliche Beziehung hatte, abbricht. Dies hatte er bereits getan. Für die Zukunft verabredeten sie, dass sie sich einmal in der Woche zu einem Paargespräch treffen – ein Austausch, in dem jeder 20 Minuten reden konnte, ohne, dass die andere Person unterbrechen durfte. Sie wollten regelmäßig über ihre Wünsche, Sehnsüchte und Unzufriedenheiten im Gespräch bleiben. Sie wollten sich nicht wieder verlieren.

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Kontakt

Ulf Beckmann – Systemischer Berater und Therapeut

Therapiezentrum im Curiohaus
Rothenbaumchaussee 17 im 2.OG
20148 Hamburg

Telefon: 0170-4723721
E-Mail: info@beratung-ulf-beckmann.de

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